Sternschnuppen regnen über Deutschland: Höhepunkt der Leoniden heute

  1. Startseite
  2. Deutschland

Erstellt:

aus: Magdalena von Zumbusch

Teilt

Eine Sternschnuppe leuchtet am Himmel über dem Walchensee neben der Milchstraße
Auch die Leoniden sind dieses Jahr im November zu sehen. © Matthias Balk/dpa

Alljährlich zwischen dem 6. und 18. November lässt sich nachts ein besonderes Spektakel beobachten: die Leoniden-Sternschnuppen – dieses Jahr werden es besonders viele davon sein.

München – In Sommernächten verbringen viele gerne Zeit mit dem Sternenhimmel. Was die meisten nicht wissen: Auch der Spätherbst hat einiges zu bieten. Im November ist es möglich, die sogenannten Sternschnuppen-Leoniden sowie die sogenannten Leoniden zu beobachten Bezirkszeitung gemeldet.

Video: Leonidenschauer im November: Hier sind Sternschnuppen zu sehen

Leoniden: Was verbirgt sich hinter Sternschnuppenströmen?

Sternschnuppen gibt es das ganze Jahr über, berichtet Ralf Greiner von der Kuffner Sternwarte in Wien auf seiner Website. Ihre Häufigkeit variiert jedoch erheblich. Bewegen sie sich besonders häufig über den Nachthimmel, spricht man von Sternschnuppenströmen – dazu gehören die Perseiden im August und die Leoniden – die im November zu sehen sind.

Sie seien im Wesentlichen Meteore, fährt das Kuffner-Observatorium auf seiner Website fort. Laien stellen es sich oft als große Felsbrocken vor, die durch den Weltraum rasen. Doch das sind oft winzige Teilchen, die aus dem All in die Erdatmosphäre gelangen und dort verglühen. Die Teilchen sind laut Kuffner-Observatorium teilweise stecknadelkopfgroß, bewegen sich aber mit Geschwindigkeiten von zehn bis 70 Kilometern pro Sekunde fort. Wenn ein Meteor auf den Boden trifft, nennen Astronomen ihn einen Meteoriten.

Auch Lesen :  Erster Schnee schon bald vor der Tür – Experte nennt Datum

Meteore verglühen jedoch normalerweise auf ihrem Weg durch die Erdatmosphäre, und wir kennen dieses Lichtphänomen als Sternschnuppe. Wie Sternschnuppen sind Leoniden Teilchen, die beim Eintritt in unsere Atmosphäre verglühen.

Der Name Leonidov ist übrigens nicht zufällig gewählt: Benannt sind sie nach dem astronomischen Sternbild – dem Löwen (lat. Löwe) – aus dessen Kopf sie scheinbar in den Himmel schießen (zumindest aus unserer Sicht aus Erde).

Der Leonidenstrom sei nicht immer gleich stark sichtbar, erklärt Greiner von der Kuffner Sternwarte. Für den Leonidenstrom erkannte er den Kometen 55P/Tempel-Tuttle als Ursprungskometen. Dieser Komet hat eine Umlaufzeit von 33 Jahren und wird Mitte November die Erdumlaufbahn kreuzen. Alle 33 Jahre wird er von einer dichten Trümmerwolke erfasst, und es gibt besonders starke Sternschnuppenströme.

Auch Lesen :  Klimakrise: Deutschland fördert fleißig fossile Energien im Ausland

Im Jahr 2022 soll der Meteorschauer besonders intensiv beobachtet werden: Rund 200 Sternschnuppen pro Stunde sollen beobachtet werden. Das ist mehr als in früheren Jahren, aber in früheren Jahrzehnten gab es Jahre, die man nicht vergleichen kann: In den Morgenstunden des 17. November 1966 beispielsweise konnte man in Amerika einen Meteoritensturm mit 140.000 Sternschnuppen in einer Stunde bestaunen .

Shooting Star Spotting: Die Nacht zum 17. November bietet regelmäßig die meisten Leoniden

Die Leoniden werden zwischen dem 6. und 18. November (oder spätestens Ende November) erwartet. Der Höhepunkt der Leoniden soll in diesem Jahr wie üblich in der Nacht zum 17. November liegen, wie das Buch „Kosmos Himmelsjahr 2022“ von Hans-Ulrich Keller (ein jährlich erscheinendes Buch über aktuelle Vorhersagen) verrät.

Meteore sind übrigens in der zweiten Nachthälfte leichter zu beobachten, gegen 3 Uhr morgens ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten. Denn Beobachter der Sternschnuppe blicken dann in die „Reiserichtung“ der Erde, wie das Kuffner-Observatorium erklärt. Infolgedessen kollidieren Meteoritenschauer mit Himmelsbeobachtern und sind daher leichter zu sehen. Die Vorhersage von Sternschnuppen ist jedoch wie die Vorhersage des Wetters: Nicht alles kann genau vorhergesagt werden.

Auch Lesen :  Tötungsdelikt in Grafhorst: Ehemann hatte Kontaktverbot | NDR.de - Nachrichten - Niedersachsen

Fans von Sternschnuppen mussten anhand von Sternkarten in den Himmel schauen. Heute gibt es dafür Anwendungen wie Google Sky Map, Star Walk 2 oder Star Atlas. Damit lässt sich das Sternbild Löwe finden, das dann im Auge behalten werden sollte, um die Leoniden zu sehen.

Natürlich sind Sternschnuppen am deutlichsten von einem dunklen Fleck aus zu sehen, weil Lichtverschmutzung das Phänomen verwässert. Hügel oder sogar Berge sind ideal. Dann ist Geduld gefragt: Die Augen brauchen etwas Zeit, um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Auch Aufmerksamkeit ist wichtig: Die Leoniden sind besonders schnell, daher sind sie nur kurz zu sehen.

Hast du schon einen gesehen? Teile mit uns.

Source

Leave a Reply

Your email address will not be published.

In Verbindung stehende Artikel

Back to top button