Neue Bücher über Anna von Cleve und ihre Doppelgängerin.

Anna von Kleve
:
Erzählung im Regal

Roland van Gisteren stellt die Frau vor, die sich als Anna von Cleve ausgab und monatelang ein Gericht in Deutschland betrog. Nur unter Folter gab sie in Sachsen ihr Geheimnis preis.

Anne von Kleve hatte einen Doppelgänger, der nach Annes Tod im Jahr 1557 durch die deutschen Länder reiste und versuchte, aus ihrer Ähnlichkeit mit der Königin Kapital zu schlagen. „Die Frau Mitte vierzig“, so Roland van Gisteren, sieht aus wie Anna von Cleves und gibt vor, die lebende Königin zu sein, die nicht einmal tot ist. Van Gisteren hat nun die Geschichte der Frau, die sich als Anna ausgibt, wieder aufleben lassen, nachdem sie bereits im 19. Jahrhundert umfassend untersucht und dann wieder vergessen worden war.

Über die Geschichte dieser „Frau im Schatten“, wie Van Gisteren sie nennt, hat er zwei Bände veröffentlicht, die ab sofort im Buchhandel erhältlich sind: „Frau im Schatten. Der mysteriöse Doppelgänger der Anna von Cleve“ (19,95 €, ISBN 978-3-00-072635-4) und als Reprint eines Theaterstücks aus dem 19. Jahrhundert „Anna von Cleve oder die Gurtmaid des Queens“ von E. Meruell (Elisabeth Müll ISBN 978-3-00-072752-8, 14.95) Sie sind die Vorveröffentlichungsbände, die vor dem Hauptband über Anna von Kleve erschienen sind.Letzterer wird im nächsten Jahr erscheinen und vieles von dem entfernen, was zuvor für die Anna von Kleve gehalten wurde Geschichte der echten Anne von Kleve, verspricht zumindest Roland van Gisteren, der sich als Autor Roland Norget nennt, – in Erinnerung an seine Großmutter Kleve Berta.

Der 72-Jährige ist Diplom-Kaufmann und bezeichnet sich selbst als „Rentner und Hobbyhistoriker“. Als solcher wühlte er in deutschen und englischen Archiven – eine Suche, die in einer von Christoph Frauenlob gestalteten Buchtrilogie über Anna von Cleves und ihr Umfeld münden sollte.

Aber wer ist diese Frau im Schatten? Johann Friedrich II. (Mitte) von Sachsen war vielleicht ein einfältiger Mensch: Als er von einer Reise nach Weimar zurückkehrte, fand er zwei noch recht unleserliche Briefe: geschrieben von einer Dame, die ihm eine fast unglaubliche Geschichte erzählte. Sie erzählte vom Kerker, von einer Königin, die für tot erklärt worden war, aber lebte. Für die erfolgreiche Flucht, indem Sie sich mit einem Seil aus dem Kerker ablassen und dann mit dem Schiff entkommen. Und die, die für tot erklärt wurde, war keine andere als die Tante des Herzogs von Sachsen, Anne von Kleve, Königin von England.

Als der Herzog die Dame 1558 in Sachsen empfangen konnte, soll sie Anna von Kleve tatsächlich sehr ähnlich gewesen sein – sie soll aus ihrem Gesicht geschnitten worden sein. Und sie hatte auch das Handsiegel der Königin bei sich. Johann dachte, er hätte seine Tante vor sich. Er nahm sie und bekam bald eine Lektion erteilt: Er wurde von einem Betrüger erwischt. Der Herzog von Jülich bestand auf ihrer Festnahme, wies ihre Lügen nach und nach zurück und gestand beim “siebten scharfen Verhör” auf dem Regal: Sie sei eine Tochter des Herzogs von Kleve und eine Nonne aus dem Essener Kloster Margarete von Schenk. Dann kam sie nach England. Aber auch das akzeptierte der Herzog von Julih nicht: Sein Vater hatte nur zwei uneheliche Töchter, eine war tot und die andere in einem Kloster.

Wie dem auch sei, in Sachsen wurde die Frau gnädig behandelt, sie blieb im Gefängnis, man gab ihr ihre Bücher, sie bekam sonntags Braten und Wein, und ob sie im Schloss starb oder später fliehen konnte – ich weiß es nicht Ich weiß es nicht. „Vielleicht war sie wirklich eine Tochter von John Duke of Cleves und in den Diensten von Queen Anne. Mit dem Handsiegel und anderen Juwelen, die sie nach ihrem Tod erhalten haben könnte, hat sie sich vielleicht von einem abenteuerlustigen Schurken täuschen lassen eine Rolle übernehmen, die auf Dauer nicht zu erfüllen war“, schreibt Louise Otto-Peters in ihrem von Heinrich Matthes herausgegebenen Band „Fremde und geheimnisvolle Frauen“. 1868.

Eine andere Quelle berichtet „physische, literarische, künstlerische, historische Kuriositäten vorher und nachher zur angenehmen Unterhaltung gebildeter Leser. 1812“ für die fragliche Frau, die sich als Königin von England ausgibt. Nicht wenige erzählen das Schicksal dieser Anna Johanna im 19. Jahrhundert, die van Gisteren nun ins 21. Jahrhundert geholt und in seinem Band „Die Schattenfrau“ als Kopie gesammelt hat.

Es dauerte weitere 140 Jahre, bis er einen neuen Versuch unternahm, die einzigartige Geschichte von Anna von Kleve und ihrer schattenhaften Frau oder Gürtelmagd (beide hier wohl Magd gemeint) zum Leben zu erwecken, schreibt er im Vorwort zu dem erschienenen Band . in ist in erster Linie eine Sammlung von Quellen. Allerdings hat, wie van Gisteren bei der Einleitung des Bandes einräumt, die eigentliche Quelle, nämlich die Akte über den sächsischen Vorfall, den Lauf der Geschichte nicht überdauert: Die Akte ist verschollen. Die Schattenfrau wurde nicht als so wichtig angesehen. Ihre Geschichte findet sich nur in der Nacherzählung der Kuriositäten vergangener Tage wieder.

Parallel zu The Shadow Woman druckte van Gisteren das fünfaktige Schauspiel Anna von Cleve oder die Gurtmaid des Queens von E. Meruell aus dem Jahr 1881 nach: Hier schickt Anna dann ihre Halbschwester – Walburga heißt sie im Manuskript. – statt ihrer nach England und begleitet sie als Generationendienerin. Bei Meruel wäre die Hochstaplerin Anna eigentlich die echte Anna…

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