Neue Bücher aus Niederbayern und der Oberpfalz

Düsterer Spaß aus dem Bayerischen Wald

In Friedrichsberg bei Wegscheid steht ein hölzerner Aussichtsturm. In einer stürmischen Nacht im Jahr 1935 fanden die Dorfbewohner am Fuß des Turms einen toten Mann: Es war der Dorfschullehrer Steiner. Wurde es getötet? Oder ins kalte Wasser gesprungen? – So beginnt die „Talberg“-Romantrilogie, eine reißende Bayerische Waldsaga, die in drei Etappen und über gut 90 Jahre die Geschichte eines Bergdorfes und seiner Bewohner erzählt. – Der Autor Oliver Kern ist derzeit einer der profiliertesten Krimi- und Unterhaltungsautoren im deutschsprachigen Raum. Die Talberg-Trilogie veröffentlichte er unter Pseudonym: Als „Max Korn“ entführt er seine Leser in die dunkelsten Winkel des Waldes und der menschlichen Seele. – Spannende, düstere und äußerst unterhaltsame Lektüre für lange Herbst- und Winterabende auf fast 1200 Seiten.

  • Max Korn (alias Oliver Kern), Talberg 1935 / 1977 / 2022, Heyne-Verlag, je 15 €.

Straubings Anfänge

Seit dem ersten Jahrhundert nach Christus nutzten die Römer die bayerische Donau auf einer Länge von rund 200 Kilometern als Grenzschild und Befestigungsanlage. Im vergangenen Jahr hat die UNESCO den Donaulimes mit der Ernennung zum Welterbe geadelt. – Von besonderer Bedeutung war von Anfang an die Römerstadt Sorviodurum, das heutige Straubing. Schon die Römer unterhielten hier einen Donauhafen. Und das hier errichtete Auxiliarlager mit einer Garnison von über 1.500 Mann war lange Zeit der größte römische Stützpunkt an der gesamten bayerischen Donau. – Der Leiter des Museums Straubinger Gäuboden, Günther Moosbauer, hat jetzt mit Co-Autorin Veronika Fischer eine umfassende Monographie vorgelegt. Auf gut 250 Seiten zeichnet das Autorenpaar anhand bedeutender Funde und Ausgrabungsergebnisse die Frühgeschichte des Donauraums nach. Ein umfassendes, reich bebildertes Sachbuch, das Straubings römische Vergangenheit lebendig werden lässt.

  • Günther Moosbauer und Veronika Fischer: „Römer und frühe Bayern in Straubing“, Verlag Friedrich Pustet, 39,95 Euro.
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Glücksorte in Niederbayern

Eine barocke Basilika in Altenmarkt oder eine Nudelmanufaktur in Bad Griesbach, ein Alpaka-Zoo in Ausham oder ein Kaffeekannen-Sammelmuseum in Oberaichbach sind laut Journalistin Christine Hochreiter Orte zum Glücklichsein. 80 solcher „Glücksorte“ in Niederbayern hat der Autor ausfindig gemacht und in einer humorvollen Sammlung zusammengestellt, die allesamt tolle Tipps für den nächsten Familienausflug sind. Ein schönes Buch für Niederbayern-Neulinge. Aber dieses Buch lädt auch Kenner der Region ein, ihre Heimat zu entdecken und neu zu entdecken.

  • Christine Hochreiter: „Glücksplätze in Niederbayern“, Droste Verlag, 16,50 €.

Katholischer Baum

An einem Baum bei Enzenrieth im Kreis Neustadt an der Waldnaab hängt ein geschnitztes Bild, das die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten zeigt: Der heilige Josef führt einen Esel, auf dem Maria mit dem Jesuskind sitzt. Darunter heißt es: „Es ist ein harter Weg, wenn du den Weg nicht kennst. / Frag die drei heiligen Männer, sie werden dir den Weg zur Erlösung zeigen.“ – Der Fotograf Rudi Wilhelm fotografierte diesen Stich. Das Foto ist in seinem neuen Bildband „Katholische Bäume“. – Mehr als 170 solcher Bäume, die mit Heiligenbildern, Marienstatuen, Bildstöcken oder Kreuzen geschmückt sind, wanderte Wilhelm durch die Oberpfalz und fotografierte sie für seinen ungewöhnlichen Bildband. Sie stehen an Kreuzungen, auf Hügeln oder erinnern an Unfälle, die sich an den jeweiligen Orten ereignet haben. Eine ebenso beeindruckende wie bescheidene Zusammenstellung von Zeugnissen der Volksfrömmigkeit in der Oberpfalz.

  • Rudi Wilhelm: „Katholische Bäume in der Oberpfalz“, Büro Wilhelm Verlag, 29,90 Euro.
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Die Oberpfalz im Bildband

Fotograf Simon Süss stammt aus Schwandorf. Drei Jahre lang durchstreifte er seine Heimat in den Oberen Palästen, um Bilder für diesen wahrhaft reichen Bildband zu machen. Viele spektakuläre Aufnahmen und ungewöhnliche Perspektiven auf über 270 Seiten prägen den Band, Manfred Knedlik und Alfred Wolfsteiner haben Texte zu den Fotografien von Süß beigesteuert.

  • Oliver Süß: „Die Oberpfalz“, Verlag Friedrich Pustet, 39,95 Euro.

Kochen und Fußball

Anton Schmaus ist Küchenchef in 14. Generation. Seine Familie betrieb jahrhundertelang ein Gasthaus in Viechtach im Bayerischen Wald. Nach Jahren des Reisens ließ er sich in Regensburg nieder. Zwei seiner dortigen Restaurants sind inzwischen mit Michelin-Sternen ausgezeichnet. – Anton Schmaus hat seit 2017 einen Nebenjob. Und der ist von überregionaler Bedeutung. Denn Schmaus ist der Chef der deutschen Fußballnationalmannschaft. Pünktlich zur WM in Katar hat Anton Schmaus sein erstes Kochbuch veröffentlicht. Es ist eine Art Lebensgeschichte in Kochrezepten. – Besonders berührend sind die Kapitel, in denen Schmaus an seine Herkunft erinnert und wie sie ihn als Mensch und als Koch geprägt hat: Kindheit im Wirtshaus in Viechtach. Und dann die Schulzeit im Internat bei den Benediktinermönchen in Metten. – Schmaus verrät in seinem Kochbuch nicht nur die Rezepte für die tollen Gerichte aus seiner Sterneküche und welches Müsli Manuel Neuer und Co. fit für die WM machen soll. Außerdem erklärt er die Zubereitung von Pichelsteiner Eintopf und Pancakes. Kulinarische Erinnerungen an die Wohnheimküche.

  • “Anton Schmaus kocht”, Südwest-Verlag, 30 Euro.
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Drachensage aus der Oberpfalz

Eine ungeplante Begegnung mit einem Monster katapultiert den 15-jährigen Roth in eine fantastische, fremde Welt. Dort trifft er auf die beiden Teenager Alice, 16, und Shane, 17, und die Drachenfrau Sturm, 927 Jahre alt. So ist die Comic-Saga “Are Dragons Real?” – Der Autor dieses ungewöhnlichen Mangabandes ist ein Gymnasiast aus Ebermannsdorf im Landkreis Amberg-Sulzbach. Alexa Valenzuela Chavez war erst 17 Jahre alt, als sie ihren Comic veröffentlichte. Der Teenager mit mexikanischen Wurzeln hatte jedoch bereits eine riesige Fangemeinde. Auf der Online-Plattform TikTok hat sie inzwischen mehr als 130.000 Fans, die ihre Arbeit verfolgen. Für ihren Mut und ihre künstlerischen Leistungen wurde Chavez in diesem Jahr mit dem Kulturförderpreis des Landkreises Oberpfalz ausgezeichnet. Nun arbeitet die Autorin am zweiten Band ihrer Drachensaga. Sie plant eine Trilogie.

  • Alexa Valenzuela Chavez: Are Dragons Real, online nur bei Amazon oder Thalia, 16,99 €.

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