Nach Angriff auf Schwarzmeerflotte: Russland setzt Getreide-Deal mit Ukraine aus

Stand: 29.10.2022 17:39

Russland will das mit der Ukraine getroffene Abkommen über den Getreideexport kündigen. Das teilte das Verteidigungsministerium aus Moskau mit. Begründet wurde dieser Schritt mit einem früheren Drohnenangriff auf die Schwarzmeerflotte.

Russland hat angekündigt, die Teilnahme an dem Abkommen über Getreideexporte in die Ukraine auszusetzen. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte: „Russland stellt seine Militäroperationen angesichts des Terroranschlags des Regimes in Kiew unter Beteiligung britischer Experten gegen die Schiffe der Schwarzmeerflotte sowie daran beteiligte Zivilschiffe ein Bereitstellung von Getreidekorridoren.” Teilnahme an der Umsetzung des Abkommens über die Ausfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus den Häfen der Ukraine.

Die Ukraine und Großbritannien weisen die Vorwürfe zurück

Russischen Angaben zufolge wurden die Schiffe der Schwarzmeerflotte um 4.20 Uhr Ortszeit von 16 Drohnen angegriffen. Die meisten wurden erwischt. Minensuchboot “Ivan Golubez” und Installationen in der Bucht wurden leicht beschädigt. Vor dem Hintergrund einer solchen Beschreibung der Ereignisse erklärte das Verteidigungsministerium Russlands, dass die Sicherheit des für den Getreidetransport geschaffenen Korridors nicht mehr gewährleistet sei. Daher wird der Getreidevertrag gekündigt.

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Zuvor hatte Russland wiederholt damit gedroht, das Abkommen im Falle von Terror- oder Sabotageakten zu kündigen. Die Ukraine bestreitet jedoch ebenso wie Großbritannien die Verantwortung für den Angriff auf den Heimathafen der Schwarzmeerflotte.

In einer ersten Reaktion beschuldigte die ukrainische Regierung Russland der Erpressung. Russland erfindet Angriffe auf seine Einrichtungen. Der Vertreter der Vereinten Nationen sagte, er stehe nach der Nachricht aus Moskau in Kontakt mit der russischen Regierung.

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Die UNO forderte eine Verlängerung des Abkommens

Gestern rief UN-Generalsekretär António Guterres alle Parteien auf, sich für eine Verlängerung des zuvor befristeten Getreideabkommens bis zum 19. November einzusetzen. „Wir fordern alle Parteien auf, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Vereinbarungen zu erneuern und vollständig umzusetzen“, sagte sein Sprecher Dujarric.

Durch die Vermittlung der Türkei und der Vereinten Nationen einigten sich Russland und die Ukraine darauf, die Getreidelieferungen an die Ukraine im Juli wieder aufzunehmen. Ein weiteres Abkommen im Juli erlaubt russische Lebensmittel- und Düngemittelexporte trotz westlicher Sanktionen. Trotz der Vereinbarung beklagt Russland, dass es seine Produkte aufgrund finanzieller und logistischer Sanktionen nicht verkaufen kann.

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Die anfängliche Laufzeit des Abkommens über ukrainische Exporte beträgt 120 Tage, mit der Möglichkeit einer Verlängerung am 19. November, „wenn niemand etwas dagegen hat“, sagte Dujarric. „Regierungen, Reedereien, Getreide- und Düngemittelhändler und Landwirte auf der ganzen Welt warten auf eine klarere Zukunft“, fügte er hinzu.

Das Abkommen über den Getreideexport der Ukraine wurde gekündigt

Christina Nagel, ARD Moskau, 29. Oktober 2022, 17:58 Uhr

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