Mesozoikum: Welche Auswirkungen hatte die Heißzeit auf das Leben?

Dementsprechend lag der größte Teil Europas unter dem Meer. Nur wenige größere Inseln sind aus dem tropischen Archipel hervorgegangen. Zusammen mit Skandinavien, Spanien und den Britischen Inseln war das heutige Süd- und Mitteldeutschland hoch genug, um eine lange, flache Insel zu bilden, die sich von der Tschechischen Republik bis nach Westfrankreich erstreckte. Die Küsten der Insel haben sich mehrmals geändert. Am Ende der Oberkreide lag die Südküste vermutlich etwas nördlich der heutigen bayerischen Alpen, die sich dann langsam aus dem Ozean erhob. Im Norden treffen die Wellen etwa auf Höhe von Düsseldorf auf die Strände.

Trotz des Sauerstoffmangels waren die Ozeane bereits von vielen Lebensformen bewohnt. Dazu gehörten Knochenfische, Meeresschildkröten und Mosasaurier, die bis zu 18 Meter lang werden konnten. Auch Spuren von Korallenriffen, die Paläontologen unter anderem in England gefunden haben, zeugen von einem milden Klima, das sich bis weit in den Norden erstreckt. Sie zeigen, dass der Korallenlebensraum mindestens 30 Grad weiter nördlich lag als heute. Auch fossile Blätter eines Verwandten des tropischen Brotfruchtbaums, dessen Fossilien 1890 in Grönland vom schwedischen Botaniker Alfred Gabriel Nathaus entdeckt wurden, und fossile Blätter thermophiler Pflanzen in Nordalaska weisen auf warme Temperaturen selbst in hohen Breiten hin. Gleiches gilt für die Überreste großer Reptilien, die in Svalbard, Patagonien und Nordsibirien gefunden wurden. Auch direkt in den Polarregionen entdeckten die Forscher während der Kreidezeit Anzeichen einer üppigen Vegetation.

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Das warme Klima hat keine spürbaren negativen Auswirkungen auf das Leben

Die Landflächen könnten von riesigen tropischen Urwäldern bedeckt gewesen sein, in denen die absoluten Herrscher der Kreidezeit und des gesamten Mesozoikums lebten: die Dinosaurier. Forscher gingen lange davon aus, dass es sich bei ihnen, wie bei den heute lebenden Reptilien, ausschließlich um wechselwarme Tiere handelt. In diesem Fall hätten die hohen Temperaturen der Kreideheißzeit den Vorteil gehabt, nicht frieren zu müssen. Inzwischen gibt es jedoch viele Anzeichen dafür, dass zumindest einige der Urzeitechsen warmblütig waren – genau wie die heutigen Säugetiere und Vögel. Wie gut sich Landwirbeltiere an das feuchte Klima angepasst haben, in dem die meisten von ihnen lebten, ist immer noch Gegenstand wissenschaftlicher Debatten. Unklar ist beispielsweise, ob sich Warmblüter aufgrund ihres hohen Energieverbrauchs bei der Jagd nicht zu schnell erhitzen. Generell lässt sich aber nicht nachweisen, dass sich ein warmes Klima negativ auf das Leben auswirkt. Im Gegenteil: Im Wasser und an Land entwickelten sich ständig neue Arten. Die moderne Flora wurde geschaffen; Insekten, Vögel und Säugetiere entwickelten sich weiter, ebenso wie die Dinosaurier, deren anfängliche Dominanz ungebrochen blieb.

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Die Hitzewelle der Großen Kreidezeit erreichte schließlich vor 93 Millionen Jahren ihren Höhepunkt. Das flache Meer und die hohe Wassertemperatur führten zu einer explosionsartigen Ausbreitung von Plankton. Dies, kombiniert mit ausgedehnten Wäldern, sorgte dafür, dass große Mengen an CO2 aus der Atmosphäre aufgenommen. In einem viele Millionen Jahre dauernden Prozess kühlte sich das Klima allmählich ab, blieb aber zunächst recht warm. Dies änderte sich erst vor etwa 66 Millionen Jahren zumindest vorübergehend mit dem plötzlichen Klimawandel an der Kreide-Paläogen-Grenze, der 70-75 Prozent aller Tierarten tötete und den Dinosauriern einen tödlichen Schlag versetzte: Der Winter wurde vermutlich durch einen ausgelöst Asteroideneinschlag. Übergang zum Känozoikum.

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