Klimaschutzindex 2023: Deutschland rutscht um drei Plätze ab

Stand: 14.11.2022 14:20 Uhr

Im jährlichen Klimaschutzindex ist Deutschland auf Platz 16 abgerutscht. Das Hauptproblem dieses Landes sind laut den Autoren der Studie die hohen Emissionen aus dem Verkehr. Die ersten drei Plätze blieben wieder unbesetzt.

Anna Osius, ARD Studio Kairo

Weiße Linien: Die Plätze eins bis drei im Klimaschutzindex blieben in diesem Jahr leer. „Wir konnten die ersten drei Plätze nicht vergeben, weil kein Land genug tut, um den gefährlichen Klimawandel zu vermeiden“, sagt Studien-Co-Autor Jan Burck von der Nichtregierungsorganisation German Watch. Bestes Land in Sachen Klimaschutz ist Dänemark auf Platz vier, gefolgt von Schweden und Chile.

Anna Osius

Deutschland liegt auf Platz 16 – drei Plätze tiefer. Der Grund: immer noch hohe Emissionen aus dem Verkehr.

Vorwurf: Das Verkehrsministerium blockiert den Vortrieb

„Die Deutschen fahren zu viele Autos, wir haben zu wenig öffentliche Verkehrsmittel“, sagt Burck und diagnostiziert Handlungsbedarf der Politik: „Deutschland muss seinen ermutigenden Schritt in Richtung Erneuerbare Energien fortsetzen“, so der Autor.

Die getroffenen politischen Entscheidungen müssen nun umgesetzt werden. Auch der Ausbau erneuerbarer Energien muss deutlich gesteigert werden. “Gleichzeitig kann das Verkehrsministerium keine Staus mehr blockieren, was es derzeit tut.” Auch in die Energieeffizienz müsse massiv investiert werden, „weil wir den Energieverbrauch mindestens halbieren müssen“.

USA steigen – auf den 52. Platz

Schlusslichter im Klimaschutzindex sind Saudi-Arabien und der Iran, beide Länder tun deutlich zu wenig für den Klimaschutz. Die USA und China schreiben ebenfalls noch rote Zahlen, aber es gibt eine gewisse Hoffnung von der aktuellen US-Politik, sagten die Forscher: „Die USA sind in diesem Jahr um vier Plätze auf Platz 52 vorgerückt.“

59 Länder verursachen 90 Prozent der Emissionen

Der Klimaschutzindex bewertet Klimaschutzbemühungen und -verstöße in 59 Ländern plus der EU und vergleicht die Klimaschutzleistung von Industrie- und Entwicklungsländern. Länder sind für 90 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich. Dafür greift das Netzwerk auf umfangreiche Daten zurück.

Professor Niklas Höhne vom New Climate Institute in Köln: „Zum 18. Mal in Folge veröffentlichen wir den Climate Change Performance Index. Dabei bewerten wir vier verschiedene Faktoren: Treibhausgasemissionen, Nutzung erneuerbarer Energien, Energieverbrauch und den aktuelle Klimapolitik der betroffenen Länder” .

Gesamteinschätzung der Forscher: Auf internationaler Ebene muss noch viel mehr für den Klimaschutz getan werden – gerade jetzt in der aktuellen Energiekrise. Höhne sagt:

Wir sehen, dass die Energiekrise einer ambitionierten Klimapolitik wirklich im Wege steht. Es gibt einen Goldrausch für Gas, viele Länder investieren in neue Infrastrukturen für fossile Brennstoffe, insbesondere Gas. Und wenn wir das Pariser Klimaabkommen ernst nehmen, brauchen wir keine neue Gasinfrastruktur. Länder, die Erneuerbare Energien früh eingeführt haben, sind jetzt in einer viel besseren Position.

COP27: Vorgestellter Klimaschutzindex: Deutschland fällt um 3 Plätze zurück

Anna Osius, ARD Kairo, 14.11.2022 13:03

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