Internet – Musk plant bei Twitter Gremium für Inhalte-Entscheidungen – Wirtschaft

San Francisco (dpa) – Der Tech-Milliardär Elon Musk drückt dem Onlinedienst nach der Übernahme von Twitter seinen Stempel auf. Unter anderem will er ein neues Gremium schaffen, das sich mit kontroversen Inhalten befasst. Bevor ein solcher Rat zusammentritt, werde es keine größeren Entscheidungen zur Inhaltsrichtlinie oder zur Kontowiederherstellung geben, schrieb er auf Twitter.

Mit der Freischaltung des Kontos von Ex-Präsident Donald Trump, über die Musk in den vergangenen Monaten diskutiert hatte, ist daher nicht sofort zu rechnen.

Auch bei Twitter soll Medienberichten zufolge der Stellenabbau sofort beginnen. Der Finanzdienst Bloomberg schrieb, Musk habe Softwareentwickler des Elektroautoherstellers in die Zentrale von Twitter geholt, um den Code des Plattformprogramms zu untersuchen. Business Insider berichtete, dass Musk in internen Profilen mit dem Titel CEO auftauchte. Zuvor war berichtet worden, dass er den Posten neben seinem Top-Job unter anderem bei Tesla und seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX übernehmen wolle.

44 Milliarden für Twitter

Musk hat am Donnerstag die 44-Milliarden-Dollar-Übernahme des Online-Dienstes abgeschlossen. Seitdem gibt es nur wenige offizielle Informationen darüber, was auf Twitter passiert. Die Entlassung des Topmanagers um den bisherigen Chef Parag Agrawal war zunächst nur durch Medienberichte bekannt geworden. Musk hat noch keine Details zu seinen Plänen für die Zukunft von Twitter genannt. So kann es weitergehen: Mit der Übernahme nimmt Musk Twitter von der Börse und muss dann keine weiteren Angaben zur Geschäftsentwicklung machen.

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Der Unternehmer hatte wiederholt kritisiert, dass die Meinungsfreiheit auf Twitter zu stark eingeschränkt sei. Dies hat Bedenken geweckt, dass es unter seiner Kontrolle mehr Hass und Hassreden auf Twitter geben könnte. Die Bildung des Content Council deutet nun möglicherweise auf einen vorsichtigeren Kurs hin.

Details zum geplanten Gremium gab Musk allerdings zunächst nicht bekannt. Die Facebook-Gruppe Meta hat seit einiger Zeit ein unabhängiges Expertengremium, das das Löschen von Beiträgen und das Sperren von Accounts rückgängig machen kann. Die Entscheidungen des Vorstandes sind für die Geschäftsführung bindend.

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Debatte über Trump

In Bezug auf Trump hat das Meta-Komitee dafür gesorgt, dass die zunächst unbefristete Sperre des Ex-Präsidenten auf Facebook auf eine von zwei Jahren geändert wird. Experten argumentierten, dass die Regeln von Facebook nur vorübergehende Sperren vorsähen. Nun prüft der Konzern im Januar, ob Trump auf die Plattform zurückkehren kann. Auf Twitter betonte das bisherige Management stets, dass es nach einer Sperre kein Zurück mehr gebe. Musk kündigte an, solche „lebenslangen“ Sperren abschaffen zu wollen.

Am 6. Januar 2021, noch als Präsident, lobte Trump seine Anhänger, die das Kapitol in Washington gewaltsam stürmten. Daraufhin wurde er für Twitter und Facebook gesperrt. Er ist jetzt auf seiner Twitter-Kopie Truth Social aktiv, hat dort aber eine viel geringere Reichweite.

Trump: “Ich mag Elon, aber ich bleibe bei der Wahrheit”

Trump selbst bekräftigte an diesem Wochenende, dass er nicht zu Twitter zurückkehren werde, auch wenn es möglich sei. Stattdessen werde er bei Truth Social bleiben, sagte Trump gegenüber Fox News Digital. „Mir gefällt es hier besser“, erklärte er. “Ich mag Elon, aber ich stehe zur Wahrheit.” Gleichzeitig schränkt er ein: „Ich glaube nicht, dass Twitter ohne mich erfolgreich sein kann.“ Tatsächlich sind die Dinge für Twitter seit seinem Verbot nicht schlechter geworden.

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Musk hatte Trumps dauerhaftes Verbot im Mai als „moralisch falsch und einfach nur dumm“ kritisiert. Außerdem kündigte er an, „lebenslange“ Sperren von Nutzern generell abzuschaffen.

Trump sagte zuvor auch, dass er nicht zu Twitter zurückkehren würde, selbst wenn er könnte. Andererseits war es damals eher eine theoretische Möglichkeit, während Musk heute bereits Twitter hat. Trump hatte mehr als 80 Millionen Follower auf Twitter. Seine Kopie von Twitter Truth Social kostet nur ein paar Millionen. Wenn Trump beschließt, 2024 für das Präsidentenamt zu kandidieren, könnte er eine größere Plattform nutzen.

© dpa-infocom, dpa:221030-99-314975/2

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