Handball-WM: Deutschland gegen das unbesiegbare Frankreich – Sport

Am Dienstagmorgen um acht Uhr saßen die deutschen Handballer bereits im Bus nach Krakau, der kurz darauf Danzig verließ. Die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) trifft am Mittwoch (20.30 Uhr, ZDF) im Viertelfinale gegen die Franzosen auf die härteste Prüfung dieser Weltmeisterschaft.

Neben der 26:28-Niederlage gegen die Norweger gab es nach bisher fünf Siegen in fünf Spielen des Turniers auch Neuigkeiten. Für den erkrankten Paul Drux, der genesen und ebenfalls im Flieger nach Danzig saß, berief Bundestrainer Alfred Gislason Tim Zechel, Spieler des Kreises Erlangen. Der starke Defensivspieler wird am Dienstag auch in Danzig erwartet und verstärkt den jungen deutschen Kader.

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Die Niederlage gegen die Skandinavier ist jedoch nicht von Bedeutung, da das Viertelfinale bereits absolviert ist. Allerdings überließ er dem deutschen Team den härtesten Teil der K.-o.-Runde dem Olympiasieger aus Frankreich. Frankreich sicherte sich im letzten Spiel der ersten Runde mit einem 28:26-Sieg gegen Spanien den ersten Platz in seiner Gruppe. Auch die Spanier, die seit Jahren im engen Kreis der Titelanwärter stehen, werden sicher kein leichter Gegner. Doch die deutsche Auswahl wollte den Franzosen ausweichen. Zumindest sollte man dieses Gefühl haben, wenn man mit dem Trainer oder den Spielern spricht.

„Jede Position wird doppelt gehalten, auch in der Breite sind sie Weltklasse“, sagte Gislason über den Franzosen.

„Frankreich ist meiner Meinung nach die beste Mannschaft der Welt mit den besten Einzelspielern“, sagte Christoph Steinert. Torhüter Andreas Wolff war einer der wenigen, die sich mit den Franzosen als Gegner erwärmen konnten. Vor dem Spiel gegen Norwegen, als noch unklar war, mit wem er es zu tun hatte, bezeichnete er den Spanier als „unser Kryptonit“ – den leuchtend grünen Stein, der dem unbesiegbaren Superman seine Kräfte raubt. Der Torhüter wiederholte diese Aussage nach der Niederlage und fügte hinzu: „Die Franzosen sind nicht einmal ein bisschen unbesiegbar. Jetzt muss uns der Trainer ein paar Dinge liefern, um das Gegenteil zu beweisen.“

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Alfred Gislason wird sein Bestes geben. Am Tag vor dem Spiel gegen Norwegen sagte der Isländer, er habe begonnen, Videos potenzieller Gegner zu studieren: „Ich habe mir zwei potenzielle Gegner angeschaut.“ Diese Aufgabe stellte sich jedoch als die schwierigste heraus: „Ich weiß natürlich, dass Frankreich einer der größten Titelfavoriten ist. Alle Plätze sind doppelt besetzt, sie sind auch insgesamt Weltklasse.“ Eine Leistung wie am Montagabend werde nicht ausreichen, sagte der Bundestrainer: „Wir müssen in der Abwehr und im Angriff schneller spielen, es müssen so viele Dinge stimmen, wenn wir eine Chance haben wollen.“

Handball-WM: Eine Mischung aus Topspielern mit internationaler Erfahrung und Nachwuchsspielern: Frankreich mit Spielern wie Nikola Karabatic wird bei dieser WM die härteste Bewährungsprobe.

Eine Mischung aus Topspielern mit internationaler Erfahrung und Nachwuchsspielern: Frankreich mit Spielern wie Nikola Karabatic wird bei dieser WM die härteste Bewährungsprobe.

(FotoPiotr Hawalej/AP)

Der 63-Jährige ist ein Handball-Trainer, der in öffentlichen Äußerungen gerne subtile Botschaften an seine Mitarbeiter oder Gegner sendet. Allerdings musste er die Rollen des Franzosen nicht vereinen: dreifacher Olympiasieger, sechsfacher Weltmeister, dreifacher Europameister. Die Franzosen haben es auch immer verstanden, altersbedingt ausscheidende Spitzenspieler nahtlos und ordentlich zu ersetzen. Damit gehören sie seit vielen Jahren zu den Besten der Welt, was natürlich auch für das aktuelle Team gilt.

Er reiht sich in die Riege international erfahrener Topspieler wie Dika Mem, Ludovic Fabregas und Melvyn Richardson ein, die allesamt beim Champions-League-Sieger Barcelona unter Vertrag stehen. Und aufstrebende Spieler wie Thibaud Briet, ein 2,05-Meter-Gigant mit enormer Wurfkraft aus dem Rückraum. Oder Dylan Nahi, ein Linksaußen mit einem kraftvollen Sprung. Darüber hinaus gibt es mit Vincent Gérard und Rémi Desbonnet einen Torhüter der ersten Mannschaft. Das Team wird von Nikola Karabatic und Kentin Mahé geleitet, zwei sehr erfahrene Veteranen. Mit seinen 38 Jahren ist Karabatic zwar etwas erschöpft, aber er treibt das französische Spiel immer noch voran und gibt das Tempo vor. Seine Erfahrung ist gerade in schwierigen Situationen unersetzlich. Mahé gibt dem Positionsspiel im Angriff Struktur.

Deutschlands Fußballer Juri Knorr macht sich Sorgen, was ihn und seine Teamkollegen erwartet, er hat fast Ehrfurcht vor dem alten Mann des Handballs der Welt: „Für mich ist Karabatic der beste Spieler aller Zeiten.“

„Vielleicht unterschätzen uns die Franzosen“, hofft Jannik Kohlbacher

Ganz aussichtslos ist das deutsche Team in diesem Vergleich nicht, wie es im Turnierverlauf vor allem gegen die Norweger bewies – trotz der Niederlage. „Wenn wir mit Andi Wolff als Stütze eine stabile Abwehr hinbekommen und unsere Chancen besser nutzen, können wir alle Gegner schlagen“, sagte Kapitän Johannes Golla. Natürlich müssen die Deutschen einen starken Tag haben, „und vielleicht unterschätzen sie uns ein bisschen“, ist Jannik Kohlbacher optimistisch. Aber die Show war bisher erstaunlich.

Torhüter Wolff hat den Weg zurück in die Weltklasse gefunden, Golla liefert zuverlässig auf Top-Niveau ab und Spieler Knorr ist bereits auf dem Weg in diesen elitären Kreis. Auch der Gegner machte nichts falsch, wie Norwegens Petter Overby nach dem Spiel sagte: „Wir wollten es Juri schwer machen, und das ist uns in der zweiten Halbzeit sehr gut gelungen.“ Junge Spieler wie Lukas Mertens und Julian Köster spielen in starker Konkurrenz und stehen für die Zukunft, Routiniers wie Patrick Groetzki, Kohlbacher und Kai Häfner sind Teamsäulen. Auch in der Breite bewies das Team, dass es sehr WM-tauglich ist: Spieler wie Rune Dahmke, Djibril M’Bengue oder Luca Witzke passen gut rein. Außerdem loben ausnahmslos alle den besonderen Spirit und Zusammenhalt des Teams.

Dem jungen Team fehlt nicht viel, um in den Kreis der Weltbesten aufzusteigen. Ein Sieg über einen der Majors im selben Major-Turnier. Am Mittwochabend besteht die Möglichkeit zu glänzen.

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