Fürstenfeldbruck: Aus für Afrika-Laden – Fürstenfeldbruck

Ab März wird das Einkaufen in der Brucker Innenstadt weniger abwechslungsreich und weniger exotisch. Afrikas Laden auf dem Viehmarktplatz mit lokalen Produkten und Kunsthandwerk schließt nach etwas mehr als drei Jahren. Schnitzereien, Schmuckstücke, Kleidung und Möbel werden derzeit im Räumungsverkauf zu Sonderpreisen angeboten, berichtet Inhaber Andreas Kopp. Die anderen Nutzer des Shops – der von seiner Mutter Margret Kopp gegründete Verein Pit Togohilfe und seine Firmen Koppwork Orange und Togo Contact – ziehen in ein kleineres Büro in der Hasenheide.

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Von dort aus will Andreas Kopp auch in Zukunft Reisen nach Togo anbieten, wo auch die Projekte der Pit Togohilfe im Programm sind; wird auch weiterhin Kaffee aus Togo im Onlineshop anbieten. Auch Kopps anderes Standbein, seine Arbeit als Grafikdesigner, bekannt unter anderem von den Flyern und Plakaten für den Maisacher Weihnachtszauber, wird mit Koppwork Orange am Brucker Ortsrand weitergeführt.

Fürstenfeldbruck: Exotisch: Andreas Kopp verkauft aus einem Stück Ebenholz geschnitzte Hochzeitsketten sowie ausgesuchte Lebensmittel.

Exotisch: Andreas Kopp verkauft aus einem Stück Ebenholz geschnitzte Hochzeitsketten sowie ausgesuchte Lebensmittel.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Rückblickend fiel laut Analyse Mitte der 1930er-Jahre die Ladeneröffnung im Herbst 2019 in einen „unglücklichen Zeitpunkt“. Denn im Frühjahr 2020 brachte das Coronavirus die Wirtschaft global und lokal zum Erliegen. Davor, erinnert sich Andreas Kopp, „fing es eigentlich ganz gut an“. Doch mit der Pandemie mussten zunächst die Geschäfte geschlossen bleiben, später blieben die Kunden aus. Infolgedessen gab es keine Einnahmen. „Um diesen Verlust auszugleichen, mussten die Umsätze nach Corona deutlich höher sein“, erklärt Kopp.

Aber auch die aktuellen Bedingungen sind nicht günstig für eine Trendwende, da ist Andreas Kopp realistisch. “Aber die Energiekrise und die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine führen zu nichts Besonderem wie den Waren Afrikas.” Kopp hat Verständnis dafür, dass viele Menschen in der aktuellen Situation lieber zu einer günstigen Supermarktkette gehen, anstatt bei ihm zum Beispiel Gewürze oder Kaffee für ein Vielfaches zu kaufen, die zudem fair gehandelt und oft umweltschonend produziert werden. “Das sind ziemlich luxuriöse Produkte, Ananassaft für 5,90 Euro, die nicht jeder kauft.”

Start bei Maisach

Kopp hatte bereits in Maisach mit dem Handel mit Produkten aus Togo begonnen. 2012 zog er in das ehemalige Postgebäude in Maisach, schon damals in ähnlicher Konstellation: Er hatte dort die Zentrale seiner Grafikfirma Koppwork Orange, seine Mutter die Zentrale der Togohilfe; 2015 gründete Andreas Kopp Togo-Contact, das Unternehmen, das Reisen in das afrikanische Land organisiert.

Mit dem Umzug nach Fürstenfeldbruck erweiterte Kopp dann sein Sortiment, statt nur Waren aus Togo bot er Schmuck, Schnitzereien, Möbel, Kosmetik und Gewürze aus ganz Afrika an. Einen Großteil der Ware bezieht der Mittdreißiger vom bayerischen Fairtrade-Unternehmen, denn es gehört zu seinem Konzept, dass die Produkte unter bestimmten Standards entstehen und keine Menschen ausgebeutet werden. Allzu große Konkurrenz hatte er mit seinem Sortiment wohl nicht zu kämpfen: Im Landkreis gibt es Läden, die sich auf fair gehandelte Produkte beschränken, nur in Germering, Olching und Mammendorf. Aber sie sind nicht gewinnorientiert, die Verkäufer arbeiten dort oft ehrenamtlich, der Laden in Germering zum Beispiel ist eine Genossenschaft.

Auch in Fürstenfeldbruck gab es laut Kopp vor einigen Jahren neben der Post in der Bahnhofstraße einen Laden für fair produzierte Produkte. Bevor er den Laden am Viehmarktplatz eröffnete, habe man über eine Kooperation nachgedacht, sagt er. “Es gab schon Gespräche, aber es hat nicht geklappt.” Das Konzept der Fair-Trade-Läden sei nicht wirtschaftlich genug, um tragfähig zu sein, erklärt er. Nun habe er die Notbremse gezogen, „obwohl viel Herzblut im Laden steckt“.

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