Emissionen im Gebäudesektor: Die energieeffizientesten Städte Deutschlands

REin Fünftel aller CO₂-Emissionen in Deutschland stammen aus der Beheizung von Gebäuden. Hier liegt ein großer Hebel, wenn Emissionen reduziert werden sollen. Doch die Ausgangslage ist nicht überall gleich, denn es gibt messbare Unterschiede zwischen den Städten beim Vergleich ihrer Energieeffizienz.

Potsdam ist laut Einschätzung der Bundesvereinigung Energieeffiziente Gebäudehülle (BuVEG) der Plattform ImmobilienScout24 die energieeffizienteste Stadt Deutschlands. Eine sogenannte Durchschnittswohnung verbraucht 85 Kilowattstunden Heizenergie pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m).2a). Damit liegt die Wohnung in Sachen Energieverbrauch im Mittelfeld der Denkmalliste. Bremen belegt mit durchschnittlich 130 kWh/m² den letzten Platz unter den 50 größten Städten Deutschlands2Verbrauch.

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Von August 2021 bis August 2022 wurden fast 540.000 Angebote zur Anmietung und zum Verkauf von Häusern und Wohnungen berücksichtigt. Offenbach lag mit 87 kW/m² hinter Potsdam an zweiter Stelle2a. Im vergangenen Jahr führte die Stadt Hessen mit 132.000 Einwohnern das Ranking an. Damals wurde der Preis für die erste energieeffiziente Stadt verliehen. Insgesamt habe sich die durchschnittliche Energieeffizienz der betreffenden Anlagen im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich drei Prozent verbessert, sagt BuVEG-Geschäftsführer Jan Peter Hinrichs.

Überraschend ist aus seiner Sicht, dass gerade Städte in Ostdeutschland energieeffizienter sind. „Das liegt offensichtlich an der Sanierung einer Vielzahl von Gebäuden nach der Fusion“, erklärt Hinrichs. “Und es gibt viele Stadtverwaltungen, die sich darum kümmern.” Auch in Hessen gibt es laut dem Experten aktive Verwaltungen. Der Vorjahressieger Offenbach erreichte durch eine hohe Neubauquote eine gute Energieeffizienz. „Das liegt an einer besonderen Förderung für energieeffizientes Bauen in Hessen. Auch in Österreich und Italien gibt es so etwas“, sagt Hinrichs.

Der Sieger, Potsdam, erhält nun die vom Bundeswirtschaftsministerium verliehene Auszeichnung. Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) sagt: „Gerade vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der Auswirkungen auf die Energiepreise besteht die Notwendigkeit, den Verbrauch in Gebäuden drastisch zu senken.“ „Die Stadt wird mit dieser Auszeichnung für ihren ambitionierten Ansatz in den vergangenen Jahren geehrt“, sagt der Politiker.

Quelle: Infografik WELT

Berlin hat schlecht gespielt. Die Hauptstadt belegte im Ranking nur den 23. Platz und ist damit die letzte der östlichen Städte auf der Liste. Und die restlichen 27 Stellen befinden sich nur in Westdeutschland. Schlusslichter sind die nordrhein-westfälischen Städte.

Gleichzeitig belohnt die BuVEG ihr wohlverstandenes Eigeninteresse. Schließlich vertritt der 2016 gegründete Verband Hersteller von Ziegeln, Fenstern, Türen, Fassaden, Putzsystemen und Dämmstoffen – oder wie Hinrichs es ausdrückt: „Alle Gewerke rund um die Gebäudehülle“.

Bei der derzeitigen Geschwindigkeit würde eine vollständige Reparatur 100 Jahre dauern

Der Zweck des Vereins, nämlich gute Geschäfte für die Mitglieder zu schaffen, kann nun gleichgesetzt werden mit dem gesellschaftlichen Zweck, den CO₂-Ausstoß von Wohngebäuden zu reduzieren. Nicht nur das BuVEG, sondern auch andere Verbände der Wohnungsbauwirtschaft fordern seit langem, die Sanierungsquote zu erhöhen – von jetzt ein Prozent pro Jahr auf künftig zwei Prozent. Experten gehen davon aus, dass es 100 Jahre dauern wird, bis der Baufonds zum jetzigen Kurs ordentlich erneuert ist.

Wird die Quote verdoppelt, dauert es „nur“ 50 Jahre. Auch das ist laut Hinrichs keine Rekordgeschwindigkeit. „Um deutliche Fortschritte bei der Reduzierung des Energieverbrauchs von Gebäuden zu erzielen, muss Deutschland die Sanierungsrate flächendeckend erhöhen.“

Gründe dafür gibt es genug. Zusammen mit der Ukraine-Krise und dem damit verbundenen Anstieg der Energiepreise zeichnet sich ein wichtiger Punkt ab: „Unsanierte Gebäude werden gegenüber sanierten oder neu gebauten Gebäuden auch in Zukunft weiter an Wert verlieren“, sagt Hinrichs. „Die zusätzlichen Energiekosten, die derzeit und in den nächsten Jahren für Eigentümer anfallen können, insbesondere bei älteren Gebäuden, müssen einkalkuliert werden.“

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In einer weiteren Auswertung für den Hinrichs Verband hat ImmobilienScout24 im September die Kaufpreise von 200.000 sanierten und unsanierten Wohnungen verglichen. Das Ergebnis: Energieeffiziente Gebäude erzielen in Deutschland 35 Prozent höhere Preise und 67 Prozent mehr Nachfrage als nicht sanierte Vergleichsobjekte. Der Preisnachlass von 35 Prozent für ein unsaniertes Haus erreichte seinen Höhepunkt in ländlichen Gebieten. Im Allgemeinen beträgt der Unterschied zwischen unkorrigierten und korrigierten in der gesamten Republik 22 Prozent.

„Früher galt die energetische Sanierung der Werterhaltung von Immobilien. Wir sehen jetzt, dass energieeffiziente Häuser deutlich höhere Marktpreise erzielen“, sagt Hinrichs. „Wer in die Gebäudehülle seiner Immobilie investiert, spart in Zukunft nicht nur viel Energie, sondern steigert auch Nachfrage und Wert deutlich.“

Die aktuelle Situation bringt das alte Immobilien-Credo „Lage, Lage, Lage“ ins Wanken. „Lage, Lage, … Energieeffizienz“ müsste von Hinrichs künftig sagen, wenn es um die Attraktivität des Objekts geht.

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Ihre Wohnung oder Ihr Haus kann ohne Energieeffizienzberater ermittelt werden. „Egal ob Mieter oder Eigentümer: Alles, was Sie brauchen, ist der Wert des gesamten Heizenergieverbrauchs des Gebäudes in Kilowattstunden (kWh) und dividiert durch die beheizte Fläche des Gebäudes in Quadratmetern“, so das Energieportal co2online . Dieser Wert wird dann mit den entsprechenden Eckwerten in der Energieeffizienztabelle verglichen und gibt dann Aufschluss über die Performance des Gebäudes.

Dann sehen Sie schnell, ob Ihre Wohnung in Klasse A bis H fällt. Die Unterschiede zwischen Potsdam und Bremen am Ende der Tabelle sind übrigens ein bis zwei Klassen: CD oder E. Effizienzhausstandard gehört nicht zu diesen Klassen.

Es beginnt nur mit B. Der Verbrauch in kWh ist der Jahresrechnung des Lieferanten bzw. Vermieters zu entnehmen. Auch Co2online mit Heizspiegel.de bietet eine einfache und genaue Möglichkeit, die Effizienz Ihres Gebäudes zu überprüfen. „Außerdem erhalten Sie eine entsprechende Beratung zur Verbrauchsreduzierung und Steigerung der Baueffizienz“, verspricht das Portal.

Quelle: Infografik WELT

Die Vergangenheit beweist, dass es sich lohnt zu reparieren. „Seit 1990 sind die CO₂-Einsparungen im Bausektor um mehr als 40 Prozent gestiegen“, sagt Kerstin Andrae, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Doch nicht nur die Gebäudehülle zählt. Heute ist jede vierte Heizungsanlage in Deutschland älter als 25 Jahre und arbeitet nicht mehr effizient. „Dieses Potenzial muss so schnell wie möglich wiederhergestellt werden – je früher, desto besser“, sagt Andrae. „Eine moderne Gasheizung kann ohne großen Umbau mit Biogas und künftig auch mit Wasserstoff betrieben werden.“

Die Nachrüstung von Gebäuden zur effizienten Nutzung von Wärmepumpen ist jedoch von entscheidender Bedeutung, da sie sich besonders für hocheffiziente Gebäude eignen. Hinrichs bringt es auf den Punkt: „Wärmepumpen sollen auch sparen.“

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