DWS kündigt üppige Dividenden an – die Aktie steigt

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Die Fondsgesellschaft präsentierte am Mittwoch einen attraktiven Dividendenausblick.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Fondstochter DWS der Deutschen Bank hat sich neue Gewinn- und Kostenziele gesetzt und den Anlegern höhere Dividenden versprochen. Das Ergebnis je Aktie soll bis 2025 auf 4,50 Euro steigen. Im vergangenen Jahr, das als besonders erfolgreich gilt, lag der Gewinn je Aktie bei 3,90 Euro. Bis 2025 sollen die Kosten um 100 Millionen Euro sinken. Bis zum Mittag legte die Aktie des im SDax notierten Vermögensverwalters dann um fast fünf Prozent zu.

Auch bei der Aufarbeitung des Greenwashing-Skandals deuteten die Kreise Fortschritte an. „Wir nähern uns dem Abschluss der internen Untersuchungen“, sagte der DWS-Chef am Mittwoch zum Kapitalmarkttag zur Aufarbeitung der Vorwürfe. In den USA und Deutschland untersuchen verschiedene Behörden, ob die DWS ihre Produkte „grüner“ darstellt, als sie sind.

„Es gab übertriebenes Marketing, und das muss gemildert werden“, sagte Hoops. Niemand wird hören, dass die DWS in Bezug auf Nachhaltigkeit Weltklasseführer oder die Beste ist, aber sie muss einer der „Standardträger“ für dieses Thema in Europa sein. Die DWS hat interne Kontrollmechanismen gestärkt und klare Verantwortlichkeiten geschaffen, um möglichen Missbräuchen vorzubeugen.

>> Lesen Sie hier: DWS und die grüne Illusion: Was manche ESG-Fonds äußerst fragwürdig macht

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Bereits heute Abend hatte der Vermögensverwalter angekündigt, ab 2025 rund 65 Prozent seines Gewinns als Dividende ausschütten zu wollen. 2024 will der Vermögensverwalter zudem bis zu einer Milliarde Euro in Form einer Sonderdividende an die Aktionäre zurückzahlen.

Die Höhe der Sonderdividende steht unter dem Vorbehalt, dass die DWS kein Kapital für Investitionen benötigt. Das Top-Management selbst hält dies jedoch für relativ unwahrscheinlich: „Wir haben eine sehr gute Angebotspalette, daher werden wir bei Übernahmen sehr selektiv vorgehen“, sagte CFO Claire Peel.

Das überschüssige Kapital gehöre nicht der DWS und in den letzten 20 Jahren sei nicht viel gekauft worden, fügte CEO Stefan Hoops hinzu. Wenn sich in den nächsten 12 bis 18 Monaten keine interessanten Gelegenheiten ergeben, sollte die DWS das Geld an die Aktionäre zurückzahlen.

Investieren Sie in attraktive Geschäftsfelder

Der seit Juni amtierende Chef von DWS Hoops will in den nächsten Jahren profitabler werden, indem er sich von weniger attraktiven Geschäftsfeldern trennt und die regionale Präsenz der Fondsgesellschaft reduziert. Im Gegenzug muss das Unternehmen mehr in attraktivere Geschäftsfelder investieren.

Beim Wachstum setzt Hoops künftig mehr auf Qualität als auf Quantität: Eine konkrete Zielvorgabe für den angestrebten jährlichen Nettozufluss an frischem Anlegerkapital nannte er nicht mehr. Hoops argumentiert, dass es sinnvoller ist, Ziele für bestimmte schnell wachsende Bereiche festzulegen, als eine Gesamtzahl anzugeben. Dies kann auch durch Wachstum in margenschwachen Anlageklassen wie Geldmarktfonds erreicht werden.

Die größten Hoffnungen setzt die DWS auf das Geschäft mit indexgebundenen Fonds, die unter der Marke X-Trackers laufen, und das Geschäft mit sogenannten „alternativen Anlageklassen“, zu denen Immobilien und infrastrukturelle Anlagen gehören.

Bei den Indexfonds betonte Hoops, dass die DWS dort zwar eine starke Marke habe, aber “seit einiger Zeit zu wenig in den USA investiert”. Es gibt zwei Möglichkeiten: Sie können investieren oder aussteigen. Aber es mache keinen Sinn, “das Geschäft verhungern zu lassen, während alle unsere Konkurrenten darin investieren”.

Beim Thema „Alternative Investments“ setzt Hoops auf den hohen Investitionsbedarf in Europa für den Umbau zur klimaneutralen Wirtschaft, Infrastrukturinvestitionen und den wachsenden Bedarf an Venture Capital – Fremd- und Eigenkapital riskanter – für Unternehmen. Um Investitionsmöglichkeiten im Unternehmenssektor zu identifizieren, will Hoops unter anderem mit der Deutschen Bank, aber auch mit anderen Institutionen zusammenarbeiten.

Hoops räumte ein, dass es bei der Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank zu Interessenkonflikten kam. Denkbar ist natürlich ein Szenario, in dem die Deutsche Bank einem Unternehmen ein vorrangiges Darlehen gewährt und dann einen Kreditgeber für ein nachrangiges Darlehen sucht und sich daher an die DWS wendet. Es besteht jedoch keine Kaufverpflichtung gegenüber der DWS, die Treuhänderin für das Vermögen ihrer Anleger ist. Verantwortungsbewusste DWS-Fondsmanager würden nur Engagements eingehen, die ihnen gefallen.

Mehr: Die DWS will 20 Milliarden Euro für die „europäische Transformation“ mobilisieren.

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