Disney kauft “Global Dream” – Transfergesellschaft verlängert | NDR.de – Nachrichten

Stand: 17.11.2022 13:35 Uhr

Das Kreuzfahrtschiff „Global Dream“ wird auf der ehemaligen MV-Werft in Wismar fertiggestellt. Die Meyer-Werft im niedersächsischen Papenburg fertigt das Schiff, das ursprünglich für die Genting-Gruppe in Hongkong bestimmt war, für die US-amerikanische Disney Cruise Line des Walt-Disney-Konzerns.

Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern will die MV Werfttransfergesellschaft um zwei Monate verlängern. „Konkret bedeutet dies, dass die Transfergesellschaft bis Ende Januar 2023 arbeiten soll. Die Gespräche haben stattgefunden. Die letzten Details werden noch ausgearbeitet“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD). Zuvor war bekannt geworden, dass der Disney-Konzern das Kreuzfahrtschiff „Global Dream“ aus der Insolvenzmasse der MV-Werften übernimmt.

Die Union hofft, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten

900 Mitarbeiter waren noch in der Transfergesellschaft, die Ende November ausläuft. Daniel Friedrich, Kreisgeschäftsführer Küste der IG Metall, sieht im Weiterbau einen wichtigen Teil einer Brücke in die Zukunft: „Alle sind erleichtert, dass das Schiff mit neuem Design und klimafreundlichem Antrieb in See stechen wird und nicht muss verschrottet werden.” Er hofft, möglichst viele Arbeitsplätze in Wismar zu erhalten. Das zu 75 Prozent fertiggestellte Schiff soll in Wismar unter der Leitung der Papenburger Meyer Werft fertig gestellt werden. Ursprünglich für rund 9.500 Gäste ausgelegt, plant Disney nach Angaben des Unternehmens nun rund 6.000 Passagiere mit rund 2.300 Besatzungsmitgliedern, die mit dem 20-fachen Deck Platz auf dem 342 Meter langen und 46 Meter breiten Schiff finden sollen.

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Die Meyer-Werft ist seit langem mit Disney im Geschäft

Viel Wissen aus Meyers Werft fließt in die finale Produktion ein. Das Schiff ist bisher zu etwa 75 Prozent fertiggestellt. Bis 2025 soll es in Betrieb gehen. Traditionell machen die Papenburger gute Geschäfte mit der Disney-Reederei. Sie haben 2010 und 2011 zwei Schiffe für das Unternehmen aus Florida gebaut und anschließend drei Folgeaufträge an Land gezogen. Eines dieser Schiffe, die Disney Wish, wurde im Juni ausgeliefert. Dieses Schiff wird laut Werft mit „umweltfreundlichem Flüssigerdgas“ betrieben. Die Global Dream wird dann das sechste Schiff sein, das Meyer für Disney baut.

Verlustrisiko des Landes bis zu 260 Millionen Euro

Der Kunde plant das Schiff als Familienschiff. Es soll den bisher geplanten Charakter einer schwimmenden Unterhaltungshalle verlieren. Beispielsweise wird das Casino entfernt. Über den Kaufpreis, der deutlich unter dem geschätzten Wert von 1,3 bis 1,6 Milliarden Euro liegen dürfte, haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Die Höhe der Umstellungskosten wird nicht beziffert. Offensichtlich ist klar, dass das Land durch den Ausfall viel Geld verliert, denn es gab Garantien für Kredite aus den Werten der MV. Das Verlustrisiko im „Worst Case“ wird vom Land seit jeher mit gut 260 Millionen Euro angegeben.

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Minister: „Psychisch“ ein besseres Bild

Als Anfang Oktober erste Meldungen über den bevorstehenden Verkauf an Disney kursierten, erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD), sich an den Spekulationen nicht beteiligen zu wollen. Allerdings sei es „psychologisch gesehen ein ganz anderes Bild, wenn dieses große Schiff in Wismar zu Ende gebaut wird, als wenn es dort abgeschleppt und irgendwo auf der Welt verschrottet wird“.

Verschrottung vermieden

Die Verschrottung des Ozeandampfers, der als eine Art Ikone der Werftindustrie in Mecklenburg-Vorpommern galt, wurde vermieden. Eventuell steht das Schiff noch bis Ende 2023 in der Produktionshalle in Wismar und muss dann am Ausrüsterkai fertiggestellt werden. Der neue Eigentümer der Werft, die Kieler Werft TKMS, will dann in Wismar U-Boote bauen. TKMS setzt auf Fachkräfte, die vor Ort bleiben. Der weitere Aufbau des „Global Dream“ kann zu „Bridge Employment“ führen. Früher hielt der Insolvenzverwalter Morgen den Hof “heiß”. Kurzfristig muss die Transfergesellschaft für die verbleibende Belegschaft aber zunächst über den 30. November hinaus verlängert werden.

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Dieses Thema im Programm:

Northern Magazin | 17.11.2022 | 13:00 Uhr

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