Die Deutsche Bahn liberalisiert ihre Kleiderordnung. – Wirtschaft

Einige Fluggesellschaften aus den USA haben es vorgemacht, jetzt zieht die Deutsche Bahn nach: Kabinenpersonal und Bahnmitarbeiter mit Kundenkontakt können jetzt Uniformen aus den bestehenden Damen- und Herrenkollektionen frei kombinieren. Egal ob Lokführer, Zugbegleiter oder Servicepersonal – der binäre Einheitslook ist nicht mehr vorgeschrieben. „Endlich“, schreibt Norbert Nirschl, Präsident von railbow, dem LGTBIQ+-Netzwerk von Beschäftigten der Deutschen Bahn, im Karrierenetzwerk von LinkedIn. „Unsere Unternehmensrichtlinien wurden angepasst, und jetzt können unsere 45.000 DB-Mitarbeiter ihre eigene Kollektion zusammenstellen und dabei genau die Kleidungsstücke verwenden, in denen sie sich am wohlsten fühlen.“ Sie können „ihr eigenes Corporate Outfit wählen, völlig unabhängig von ihrem Geschlecht oder ihrer Geschlechtsidentität“, sagt Nirschl.

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Nirschl und CEO Lutz gaben am Mittwoch die Liberalisierung der Kleiderordnung auf Linkedin bekannt. „Wir haben eine bestehende traditionelle Regelung angepasst“, schreibt Vorstandsvorsitzender Lutz. Nach Angaben des Unternehmens haben immer mehr Mitarbeiter den Wunsch geäußert, die Kleiderordnung abzuschaffen. Bisher war eine individuelle Vereinbarung mit dem jeweiligen Manager notwendig, nun ist der Zugriff auf die gewünschte Kleidung gering limitiert und direkt möglich, so ein Sprecher des Konzerns auf Anfrage SZ.

Attraktiver auf dem Arbeitsmarkt

Jahrzehntelang mussten sich die Mitarbeiter der Deutschen Bahn zwischen einer Herren- und einer Damenkollektion entscheiden, die Modelle standen fest. „Als #railbow sind wir stolz auf unseren Arbeitgeber Deutsche Bahn, der allen Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, sich frei zu entfalten“, kommentiert railbow Vorstand Nirschl. Die Nachricht erfolgte im Zusammenhang mit der Diversity Week des Konzerns, die nächste Woche beginnt.

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Auch der Staatsbetrieb kann mit diesem Schritt auf dem Arbeitsmarkt attraktiver werden. Personalprobleme und Nachwuchsrekrutierung können als moderner Arbeitgeber in Zukunft einfacher werden. „Der Verzicht auf geschlechtsspezifische Unternehmenskleidung spiegelt die Haltung der DB als weltoffener und vielfältiger Arbeitgeber wider. Vielfalt, Offenheit, Toleranz und Respekt sind Grundwerte der Deutschen Bahn“, sagte die Sprecherin. Ob weitere deutsche Unternehmen wie die Lufthansa dem Beispiel der Deutschen Bahn folgen werden, ist noch offen. Auf Nachfrage der SZ konnte ein Lufthansa-Sprecher zunächst nichts sagen.

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Auch für Bahnkunden gibt es ab Januar 2023 Änderungen in Gleichstellungsfragen. Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt vom Juni muss die Deutsche Bahn ihren Kunden beim Online-Ticketkauf eine geschlechtsneutrale Anrede anbieten. Das Gericht entschied, dass die vorherigen Optionen oder “Mr.” oder “Ma’am.” Diskriminierung darstellen.

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