DAX-Gewinne bröckeln: Zeit für Gewinnmitnahmen?


Marktbericht

Stand: 14.11.2022 13:37 Uhr

Der DAX stieg am Morgen auf ein neues Fünfmonatshoch. Aber die große Verbesserung scheint vorerst gestoppt zu sein. Ist es jetzt an der Zeit, Gewinne mitzunehmen?

Der Kursanstieg am deutschen Aktienmarkt bricht zusammen. Der DAX droht die Kurslücke nach oben zu schließen, die er zu Handelsbeginn geöffnet hat. Am Mittag stiegen die deutschen Benchmarks nur leicht auf 14.260 Punkte, nachdem sie im frühen Handel auf ein Fünfmonatshoch von 14.331 Punkten gestiegen waren.

Der DAX-Ausblick hat sich deutlich verbessert

Sollte es im weiteren Handelsverlauf heute oder in den kommenden Tagen jedoch zu Gewinnmitnahmen kommen, wäre dies weder überraschend noch besorgniserregend. Solange sich der DAX über dem gleitenden 200-Tage-Durchschnitt von rund 13.600 Punkten halten kann, sind die langfristigen Aussichten des deutschen Leitindex weiterhin gut.

In wenigen Wochen änderte sich das Bild am deutschen Aktienmarkt komplett. Während der DAX Ende September auf den tiefsten Stand seit fast zwei Jahren gefallen war, stieg er seither um mehr als 20 Prozent. Sechs Wochen in Folge haben deutsche Standardaktien Kursgewinne gemacht.

Zinserwartungen fallen als Kursunterstützung

Aus fundamentaler Sicht führte der überraschend starke Rückgang der US-Inflation im Oktober zu einer Umschichtung am Aktienmarkt. Anleger erwarten nur noch drei weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank, wobei der höchste Zinssatz voraussichtlich im März 2023 mit 5,0 Prozent erreicht wird.

„Ob die Oktober-Inflation in den USA dem Markt tatsächlich den Beweis dafür geliefert hat, dass der Höhepunkt der Kurssteigerungen tatsächlich erreicht ist, lässt sich noch nicht mit Sicherheit sagen“, sagt Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. Vor diesem Hintergrund dürften die morgen veröffentlichten Erzeugerpreise aus den USA auf großes Interesse an den Märkten stoßen.

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Die Wall Street fällt voraus

An der Wall Street stehen die Zeichen zu Wochenbeginn auf Gewinnmitnahmen. Der Future auf den Hauptindex Dow Jones Industrial Average verliert derzeit 0,2 Prozent. Deutlicher dürften die Kursverluste bei den zuletzt besonders starken Technologieaktien ausfallen.

Futures auf den technologielastigen Nasdaq 100 liegen derzeit um 0,7 Prozent niedriger. Auch der Ausfall der US-Kryptobörse FTX dürfte bei Anlegern zu wachsender Vorsicht führen.

Ein starker Dollar belastet die Ölpreise

Die Ölpreise fielen Anfang der Woche. Ein Barrel (159 Liter) Nordseesorte Brent kostet mittags 95,21 $. Das sind 0,2 Prozent weniger als am Freitag. Auf Dollar lautende Rohstoffe leiden unter der jüngsten Aufwertung der US-Währung, die die Nachfrage aus Ländern außerhalb der Dollarzone dämpft.

Der Dollar zeigt gegenüber dem Euro wieder etwas Stärke

Der Dollar zeigt im mittäglichen Devisenhandel auf ganzer Linie Stärke. Gleichzeitig fiel der Euro um 0,4 Prozent auf 1,0286 US-Dollar, konnte aber immer noch deutlich über dem Dollar bleiben. Der US-Dollar hatte in der vergangenen Woche aufgrund der gesunkenen US-Zinserwartungen rund vier Prozent an Wert gegenüber dem Euro verloren. Eine Unze Gold wird mittags um 0,5 Prozent niedriger bei 1755 $ gehandelt.

60 Prozent der Spieler akzeptieren den Telekom-Vergleich

22 Jahre nach dem höchst umstrittenen dritten Börsengang der Deutschen Telekom sind die meisten Rechtsfälle abgeschlossen. Der DAX-Konzern teilte mit, dass mittlerweile mehr als 60 Prozent der Kläger den vom Oberlandesgericht Frankfurt unterstützten Vergleichsvorschlag angenommen hätten. Unter ihnen sind die Erben des 2016 verstorbenen Models des Schauspielers.

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Morphosys hinkt dem Alzheimer-Versagen hinterher

Die Enttäuschung über einen Alzheimer-Medikamentenkandidaten ließ die Aktien von Morphosys um 32 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 2010 fallen. Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat mit dem Wirkstoff Gantenerumab seine Ziele in seinem Alzheimer-Programm verfehlt. Morphosys ist Lizenzpartner von Roche für diesen Alzheimer-Kandidaten.

Merck KGaA bat um eine Kaufempfehlung

Im DAX ist die Aktie der Merck KGaA mit einem Plus von mehr als vier Prozent auf dem höchsten Stand seit Mitte August klarer Spitzenreiter. Die Bank of America hatte die Aktien des Pharma- und Spezialchemiekonzerns von “Neutral” auf “Kaufen” hochgestuft.

Henkel trennt sich vom Klebstoffgeschäft

Der Konsumgüterkonzern Henkel und der Leiter der Klebstoffsparte Jan-Dirk Auris gehen getrennte Wege. Man habe sich darauf geeinigt, den Ende 2023 auslaufenden Auris-Vertrag nicht zu verlängern, teilte Henkel am frühen Freitagabend mit.

Rheinmetall kauft in Spanien ein

Der Automobilzulieferer und Rüstungshersteller Rheinmetall will mit der Übernahme des spanischen Unternehmens Expal Systems sein Munitionsgeschäft ausbauen. Verkäufer ist laut Rheinmetall das spanische Unternehmen Maxam.

Talanx mit deutlichem Gewinnanstieg

Der Versicherungskonzern Talanx hat im dritten Quartal, ein Jahr nach der verheerenden Flutkatastrophe in Deutschland, seinen Überschuss um 27 Prozent gesteigert. Vorstandschef Torsten Leue erwartet daher für 2022 weiterhin einen Gewinn zwischen 1,05 und 1,15 Milliarden Euro.

Vantage-Funkturmbetreiber mit robusten Zahlen

Unmittelbar vor der geplanten vollständigen Übernahme durch ein Konsortium um den ehemaligen Mutterkonzern Vodafone legte Vantage Towers robuste Halbjahreszahlen vor. Entsprechend stieg das Betriebsergebnis um 1,8 Prozent auf 272,7 Millionen Euro.

Der Gewinneinbruch in der Pfandbriefbank

Die Deutsche Pfandbriefbank (pbb) liegt aufgrund steigender Risikovorsorgen und sinkender Tilgungen ergebnisseitig hinter dem Vorjahresniveau zurück. Nach den ersten neun Monaten betrug der Gewinn vor Steuern 159 Millionen Euro, 15 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

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HHLA auf Schrumpfkurs

Hohe Energiekosten und die sich abzeichnende Konjunkturschwäche bremsen den Hafenlogistikkonzern HHLA. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im Hafengeschäft ging im dritten Quartal um gut fünf auf rund 54 Millionen Euro zurück. Der Vorstand bestätigte die Renditen für das Gesamtjahr.

KWS Saat wird selbstbewusster

Der Saatguthersteller KWS ist besser als erwartet in das Geschäftsjahr 2022/23 gestartet und hat damit die Messlatte höher gelegt. Für das Geschäftsjahr 2022/23 hat Finanzvorstand Eva Kienle nun ein Umsatzplus von zehn bis zwölf Prozent statt sieben bis neun Prozent angekündigt.

Autozulieferer Vitesco hebt Absatzprognose an

Der Regensburger Autozulieferer Vitesco blickt angesichts der steigenden Autoproduktion zuversichtlicher auf das Gesamtjahr. Der Umsatz soll auf 9,0 bis 9,2 Mrd. Euro steigen, mehr als bisher mit 8,6 bis 9,1 Mrd. Euro erwartet.

Mieten Sie eingefroren bei Walt Disney

Der Unterhaltungsriese Walt Disney wappnet sich mit umfangreichen Einsparungen und einem weitgehenden Einstellungsstopp gegen die zuletzt rapide steigenden Kosten. CEO Bob Chapek schickte ein entsprechendes Memo, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg.

Musk im Streit mit US-Senator nach Chaos bei Fake-Accounts

Der neue Twitter-Besitzer Elon Musk hat eine strenge Warnung von einem einflussreichen US-Senator erhalten, nachdem das Chaos um gefälschte Konten aufgetreten ist, die sich als echte Betrüger erwiesen haben. „Bringen Sie Ihre Geschäfte in Ordnung. Oder der Kongress wird es tun“, twitterte der Demokrat Ed Markey am Sonntag nach einem Wortwechsel mit Musk.

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