DAX auf Fünf-Monats-Hoch: 23 Prozent Kursplus seit September


Marktbericht

Stand: 24.11.2022 13:22 Uhr

Der DAX notiert auf dem höchsten Stand seit Anfang Juni. Vom Jahrestief Ende September stiegen die Preise um fast 23 Prozent. Und es kann noch höher gehen.

Hoffnungen auf ein moderateres Tempo der US-Notenbank und eine leichte Rezession in Deutschland geben dem DAX kräftig Auftrieb. Der deutsche Leitindex baut seine Kursgewinne im Handelsverlauf weiter aus und legt um 1,0 Prozent auf 14.567 Punkte zu. Damit liegt er höher als seit Anfang Juni und hat nun mehr Potenzial für einen Anstieg in Richtung der Marke von 14.700 Punkten.

Update der Wirtschaft vom 24.11.2022

Anne-Catherine Beck, HR, 24.11.2022 09:47 Uhr

Rückenwind für den DAX von der Fed und dem ifo

Die Märkte werden durch das gestern Abend veröffentlichte Protokoll der Fed von der letzten Zinssitzung Anfang des Monats beflügelt. Danach mehrten sich die Anzeichen in der US-Notenbank, dass sie bei Zinserhöhungen zu einer weniger aggressiven Haltung übergehen würde.

Rückenwind für den DAX kommt auch von den binnenwirtschaftlichen Daten. Der ifo Geschäftsklimaindex, der die Stimmung in der deutschen Wirtschaft misst, ist im November überraschend gestiegen. „Der Pessimismus für die kommenden Monate hat spürbar abgenommen“, kommentierte ifo-Präsident Clemens Fuest. Die Rezession dürfte weniger tief ausfallen als von vielen erwartet.

Erst gestern gab es auch positive Signale von den Einkaufsmanagerindizes. Auch dieser wichtige Frühindikator deutet darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft voraussichtlich aus einer leichten Rezession hervorgehen wird.

Die Wall Street ist an Thanksgiving geschlossen

Der heutige kräftige Kursanstieg des DAX ist jedoch freibleibend. Was sie wirklich wert sind, wird sich erst morgen oder am Montag zeigen, wenn alle US-Investoren vom langen Thanksgiving-Wochenende zurückgekehrt sind. Die US-Börsen bleiben heute komplett geschlossen, am morgigen Black Friday findet nur noch ein verkürzter Handel bis 19 Uhr MEZ statt.

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Euro knapp über 1,04 Dollar

Der Euro kann seine frühen Gewinne nicht halten. Am Mittag wurde die gemeinsame europäische Währung negativ und handelt nun 0,2 Prozent niedriger bei 1,0401 $. Eine Unze Gold wurde um 0,2 Prozent höher bei 1.756 $ gehandelt.

Die Ölpreise fallen weiter

Die Ölpreise setzten die Verluste vom Vortag fort. Mittags kostet ein Barrel (159 Liter) Nordseesorte Brent 84,49 $. Das sind 0,4 Prozent weniger als am Vortag. Die Rohölpreise werden seit einiger Zeit durch die angespannte Corona-Lage in China belastet.

Immobilienaktien gefragt, Vonovia an der Spitze des DAX

Unter den Einzelwerten am deutschen Aktienmarkt stechen am Mittag die Immobilienwerte positiv hervor. Vonovia zum Beispiel stieg im DAX um mehr als vier Prozent, nachdem es in rund zwei Wochen elf Prozent verloren hatte. In einem Umfeld steigender Zinsen war 2022 bisher alles andere als ein gutes Jahr für die Branche. Bis Mitte Oktober verlor Vonovia 55 Prozent an Wert.

Conti-Hacker war schon lange im IT-System

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental bemerkte den Hackerangriff auf seine IT-Systeme im Sommer offenbar erst nach rund vier Wochen. Wie die Finanznachrichtenagentur dpa-AFX aus Unternehmenskreisen erfuhr, sollen sich Cyber-Angreifer seit dem 4. Juli Zugriff auf Daten im Netzwerk des Hannoveraner Unternehmens verschafft haben.

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Alle VW-Marken setzen Werbung auf Twitter aus

Der Volkswagen Konzern hat alle bezahlten Aktivitäten auf Twitter eingestellt. Alle Marken des Volkswagen-Konzerns – nämlich VW, Audi, Seat, Cupra, Lamborghini, Bentley, Ducati und Porsche – haben ihre Werbeaktivitäten auf der Social-Media-Plattform bis auf Weiteres eingefroren, sagte eine Sprecherin des Wolfsburger Autobauers gestern. Nachdem Elon Musk Twitter übernommen hatte, beschloss Audi sogar, alle Aktivitäten wie Live-Postings einzustellen.

Die Uniper-Rettung wird für den Staat immer teurer

Die Rettung des Gasriesen Uniper wird für den deutschen Staat teurer als angenommen. Neben den bereits bekannten Rettungsplänen soll ein genehmigtes Kapital von bis zu 25 Milliarden Euro durch Ausgabe neuer Aktien gegen Bar- und/oder Sacheinlage geschaffen werden, teilte der Konzern gestern mit. Zusammen mit den bereits angekündigten oder noch laufenden Maßnahmen könnte die Rettung des größten deutschen Gasimporteurs bis zu 51,5 Milliarden Euro kosten.

Encavis übernimmt einen weiteren Solarpark in Schweden

Im Rahmen der Partnerschaft mit dem norwegischen Solarparkentwickler Solgrid übernimmt Encavis einen weiteren Solarpark in Schweden. Die Anlage in Västervik an der schwedischen Ostküste wird eine Erzeugungskapazität von rund 14 Megawatt (MW) haben und im dritten Quartal 2023 ans Netz gehen, teilte der im MDAX notierte Betreiber heute mit.

Gucci trennt sich von Chefdesigner Michele

Das Luxusmodehaus Gucci hat sich von Kreativdirektor Alessandro Michele getrennt. Der 49-jährige Rumäne sprach in einem Statement des französischen Luxuskonzerns Kering, zu dem Gucci gehört, von „anderen Vorstellungen“. Brancheninsidern zufolge hatten Michele und Kering-CEO François-Henri Pinault unterschiedliche Ansichten über die kreative Zukunft von Gucci.

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Apple-Zulieferer Foxconn entschuldigt sich

Das Unternehmen Foxconn, das Apple iPhones herstellt, hat sich nach gewalttätigen Auseinandersetzungen bei den Arbeitern seiner chinesischen Fabrik in Zhengzhou entschuldigt. Foxconn teilte mit, dass ein technischer Fehler zu falschen Löhnen geführt habe. „Wir entschuldigen uns für einen Fehler im Computersystem und garantieren, dass das tatsächliche Gehalt das gleiche sein wird, wie es auf den offiziellen Einstellungsplakaten versprochen wird.“

Nestlé will Milliarden in Saudi-Arabien investieren

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé wird laut Saudi-Arabien über zehn Jahre umgerechnet knapp 1,9 Milliarden Dollar in das Königreich investieren. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde unterzeichnet. Die Vereinbarung mit Nestlé umfasst auch den Bau einer Fabrik und eines Zentrums für Forschung und Entwicklung.

Microsofts Übernahme von Activision Blizzard wird nun durchgeschüttelt?

Die US-Kartellbehörde FTC nimmt laut einem Zeitungsbericht die milliardenschwere Übernahme von Microsoft durch Activision Blizzard unter die Lupe. Die FTC erwägt eine Kartellklage, um Microsofts 69-Milliarden-Dollar-Übernahmeangebot für den Videospielehersteller Call of Duty zu blockieren, berichtete Politico.

Der Ölfeldausrüster SBO spürt aufgrund der hohen Nachfrage die Kasse

Die hohe Nachfrage in der Öl- und Gasindustrie führt beim österreichischen Ölausrüster Schoeller-Bleckmann (SBO) zu vollen Auftragsbüchern und höheren Gewinnen. Nach Steuern hat sich der Gewinn in den ersten drei Quartalen auf 55,3 Mio. Euro mehr als versechsfacht.

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