Bevorstehende Zinserhöhung: DAX vor Fed-Entscheid weiter robust


Marktbericht

Stand: 02.11.2022 09:54

Die Anleger bewegen sich heute inmitten der Leitzinssitzung der US-Notenbank weiter vorwärts. Sie warten gespannt auf den Ausblick von Fed-Präsident Jerome Powell. Der DAX steigt leicht.

Am Tag der möglicherweise wichtigen Zinssitzung der US-Notenbank Fed ist der Handelsstart an der Frankfurter Wertpapierbörse von Vorsicht geprägt. Trotzdem setzt sich der positive Lauf des DAX nach einem freundlichen Start in den November vorerst fort. Der deutsche Leitindex startet leicht höher bei 13.380 Punkten, ein Plus von 0,3 Prozent.

DAX-Abwärtstrend gebrochen

Der DAX hat seit Ende September um rund 11,7 Prozent zugelegt. „Anleger bleiben mutig“, schreibt Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Positiv ist vor allem, dass nicht viele Gewinne mitgenommen werden. Zudem gilt der in diesem Jahr gültige Abwärtstrend vorerst als gebrochen. Die „große Befreiung“ kommt laut Altmann erst, wenn der DAX seinen 200-Tage-Durchschnitt überschritten hat.

Aktuell liegt dieser Langfristindikator bei 13.664 Punkten. Gestern erreichte das Börsenbarometer mit 13.444 Punkten einen neuen Höchststand seit Mitte September. Am Ende ging der DAX mit einem Aufschlag von 0,6 Prozent auf 13.338 Punkte aus dem Handel.

Der Ausblick der Fed im Fokus

Der Handel dürfte heute relativ ruhig verlaufen. „Der Börsentag ist einer von denen, die wirklich erst abends beginnen“, sagte Altmann mit Blick auf die Entscheidung der Fed nach Börsenschluss in Deutschland. Anleger warten gespannt auf die heute endende zweitägige Zinssitzung der Zentralbank.

Die vierte Erhöhung der US-Zinsen um 0,75 Prozentpunkte gilt an den Märkten als ausgemachte Sache. Ausschlaggebend dürften daher der Ausblick der Notenbank und die Äußerungen von Fed-Chef Powell sein. Anleger erhoffen sich Signale über das Tempo, in dem die Zinsen weitergehen werden.

„Viele im Markt hoffen und warten ab der nächsten Zinssitzung im Dezember auf eine Senkung der Fed. Werden diese Hoffnungen enttäuscht, könnte es zu neuen Turbulenzen an den Aktienmärkten kommen“, sagt Altmann.y

Update der Wirtschaft vom 02.11.2022

Bettina Seidl, HR, 11.02.2022 10:11 Uhr

Starke Arbeitsmarktdaten belasten die Wall Street

An der Wall Street drückten gestern überraschend starke US-Arbeitsmarktdaten die Kurse nach einem soliden Start ins Minus. Der Dow Jones schloss 0,2 Prozent tiefer bei 32.653 Punkten. Der breitere LS&P 500 fiel um 0,4 Prozent auf 3856 Punkte, der Nasdaq 100 war ein Prozent leichter bei 11.289 Punkten.

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Die Fed behält bei ihrer Geldpolitik auch die Lage am Arbeitsmarkt im Auge. Robuste Daten geben den Währungsbehörden mehr Freiheit, um eine hohe Inflation mit starken Zinserhöhungen zu bekämpfen.

Die Zahl der offenen Stellen stieg im September auf 10,7 Millionen, was auch die Löhne auf einem ohnehin heißen Arbeitsmarkt ankurbelt und den Druck auf die Zentralbank erhöht. „Die Herausforderung für die Fed bleibt: Sie muss klären, wie hoch die Zinsen steigen sollen, damit die Inflation unter Kontrolle ist, und wie schnell sie dieses Niveau erreichen sollen“, sagte Analyst Konstantin Oldenburger vom Online-Broker CMC Markets.

Asiatische Investoren setzen auf Lockerungen der Corona-Regeln in China

Spekulationen über eine mögliche Abkehr von der strikten Null-Covid-Politik in China sorgen weiterhin für Rückenwind an den asiatischen Aktienmärkten. Nach dem starken Ausverkauf der Aktien im vergangenen Monat machte eine Nachricht, die am Vortag in den sozialen Medien kursierte, die Anleger heute weitgehend optimistisch. Unbestätigten Nachrichten zufolge plant China, die strengen Covid-Beschränkungen im März aufzuheben.

Die Shanghai Stock Exchange und der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stiegen um gut ein Prozent. In Hongkong stieg der Index um 2,5 Prozent, nachdem er am Vortag um mehr als 5 Prozent gestiegen war. In Tokio beendete der Nikkei-Index den Handel hingegen kaum verändert bei 27.663 Punkten. Anleger hielten sich vor der bevorstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank zurück.

Der Euro gewinnt etwas

Der Euro-Wechselkurs stieg gegenüber dem Dollar im Vorfeld geldpolitischer Entscheidungen in den Vereinigten Staaten leicht an. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 0,9884 $ gehandelt, etwas höher als am Vorabend. Der Euro konnte einen Teil der Kursverluste vom Vortag wieder aufholen. Robuste US-Beschäftigungsdaten hatten dem Dollar Auftrieb gegeben, während die Gemeinschaftswährung wiederum darunter litt.

Die Ölpreise steigen weiter

Die Ölpreise sind heute gestiegen und bauen auf den gestrigen deutlichen Kursgewinnen auf. Marktbeobachter verwiesen auf neue Daten zur Entwicklung der Ölreserven in den USA, die den Listen neuen Auftrieb gegeben hätten. Ein Barrel (159 Liter) Nordseesorte Brent für die Lieferung im Januar kostete morgens 95,58 US-Dollar. Das waren 93 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der Sorte US West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Dezember stieg um 1,07 $ auf 89,44 $.

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Am Vorabend war bekannt geworden, dass die Interessengemeinschaft des American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen starken Rückgang der US-Ölreserven verzeichnet hatte. Dementsprechend seien die Rohölvorräte um 6,5 Millionen Barrel zurückgegangen. Ein Rückgang der Ölreserven kann auf eine stärkere Nachfrage oder ein unzureichendes Angebot hindeuten, was normalerweise den Ölpreis erhöht. Am Nachmittag werden offizielle Daten der US-Regierung zu den Lagerbeständen erwartet.

Teamviewer profitiert vom schwachen Euro

Nach einem soliden Quartal bestätigte der Softwareanbieter Teamviewer seine Ziele für 2022. Trotz der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen sei das MDAX-Unternehmen auf einem guten Weg, die Jahresprognose zu erfüllen, sagte Vorstandsvorsitzender Oliver Steil. In den Monaten Juli bis September stiegen die fakturierten Umsätze (Rechnungen) – der zentrale Wachstumsfaktor der Gruppe – um 15 Prozent auf 144,6 Millionen Euro. Der Anbieter von Fernwartungs- und Videokonferenzsoftware profitierte unter anderem auch vom schwachen Euro. Die Teamviewer-Aktie stieg sogar um 15 Prozent.

Auto1 hat seine Absatzprognose für 2022 erneut gesenkt

Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 senkt seine Umsatzerwartungen für das laufende Jahr weiter. Das im SDAX notierte Unternehmen gab heute bekannt, dass rund 655.000 Fahrzeuge verkauft werden. Das entspricht dem unteren Ende der Zielbandbreite, deren Top-Marke Auto1 bereits im August auf 725.000 Einheiten limitiert war. Der Umsatz soll aber mit 6,5 bis 6,7 Milliarden Euro mindestens die Hälfte der bisherigen Prognose erreichen. Zudem soll der um Sondereinflüsse bereinigte operative Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) bei zwei bis drei Prozent des Umsatzes bleiben.

Die Norma-Schraubengruppe wächst dank der Preiserhöhungen

Der hessische Automobil- und Industriezulieferer Norma wuchs dank Preiserhöhungen und positiver Währungseffekte im dritten Quartal. Bei einem Umsatzplus von 19,9 Prozent auf 318,6 Millionen Euro stieg das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) auf 27,0 (Vorjahr: 22,8) Millionen Euro, wie der Schraubenkonzern heute mitteilte. Die operative Rendite blieb aufgrund gestiegener Kosten mit 8,5 Prozent auf Vorjahresniveau. Die Titel stiegen mit einem Plus von fünf Prozent an die Spitze des SDAX.

Aston Martin senkt Jahresprognose

Der Sportwagenhersteller Aston Martin Lagonda hat sein Auslieferungsziel aufgrund von Lieferkettenunterbrechungen im dritten Quartal reduziert. Im laufenden Jahr dürfte die Gesamtzahl aller an Großhändler ausgelieferten Fahrzeuge bei 6.200 bis 6.600 liegen, teilte das Unternehmen im britischen Gaydon mit. Zuvor wollte der Vorstand mindestens 6.600 Autos an Vertriebspartner ausliefern. Zudem rechnen die Manager mit zusätzlichen Kosten, die die geplante Verbesserung der operativen Marge deutlich unter Druck setzen dürften: Statt um 3,5 bis 4,5 Prozentpunkte soll die bereinigte operative Marge (Ebitda-Marge) 2022 nur noch um steigen etwa 1 bis 3 Gewinnprozentpunkte.

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AirBnB trotz starker Zahlen für das vierte Quartal vorsichtig

Trotz eines überraschend starken Umsatz- und Ergebnissprungs bleiben die Ziele von AirBnB für das vierte Quartal hinter den Markterwartungen zurück. Der Verkauf werde voraussichtlich zwischen 1,8 und 1,88 Milliarden Dollar betragen, teilte der Immobilienmakler gestern Abend mit. Der Durchschnittswert hieraus liegt unter der bisherigen Prognose der Analysten. Das Unternehmen warnte vor einem Nachfragerückgang, nachdem in den vergangenen Monaten mehr als 100 Millionen Übernachtungen auf der Plattform gebucht wurden – so viele wie nie zuvor im dritten Quartal. Auch der starke Dollar belastete die Bilanz. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um etwa 7 Prozent.

Der Ausblick von AMD bleibt hinter den Erwartungen zurück

Nach einem Quartalsergebnis im Rahmen von Prognosen, die vor einigen Wochen zurückgenommen wurden, blickt AMD zurückhaltend auf den Jahresabschluss. Im letzten Quartal 2022 soll der Umsatz 5,5 Milliarden US-Dollar betragen, plus oder minus 300 Millionen Euro, sagte der Chiphersteller. Analysten hatten zuvor mit 5,85 Milliarden Dollar gerechnet. Das Unternehmen wies auf eine geringere Nachfrage nach PCs und Hochleistungschips für Rechenzentren hin. Die Branche kämpft unter anderem mit den in China immer wieder verhängten Corona-Lockdowns. Die Probleme werden durch US-Beschränkungen für den Export bestimmter Chips verstärkt.

„Tinder“-Zahlungsdienste sorgen für Umsatzwachstum bei Match

Die wachsende Beliebtheit von kostenpflichtigen Premium-Abonnements bei „Tinder“ bescherte dem Betreiber der Dating-App ein überraschend starkes Umsatzplus. Laut Match stieg der Umsatz im letzten Quartal um 6 Prozent auf 810 Millionen US-Dollar. Analysten hatten mit durchschnittlich 793 Millionen Dollar gerechnet. Für die laufenden drei Monate äußerte das Unternehmen jedoch Vorsicht. Aufgrund der schwachen Konjunktur und der Belastungen durch den starken Dollar rechnet er mit Einnahmen von 780 bis 790 Millionen Dollar, was nicht den Erwartungen des Marktes entspricht. Match-Aktien stiegen jedoch im nachbörslichen US-Handel um 16 Prozent.

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